Eine Ausstellung geheimnisvoller Bildwelten

KULTUR – Arbeitskreis Fotografie Hemsbach

Der Arbeitskreis Fotografie Hemsbach e. V. (kurz AKF) zeigte am 9. und 10. Mai in der ehemaligen Synagoge in Hemsbach seine neue Jahresausstellung unter dem Titel „rätselhaft – mystisch“. Zahlreiche Besucher kamen zur Vernissage am Samstagnachmittag, um die außergewöhnlichen Fotografien zu entdecken und mit den Mitgliedern des Vereins ins Gespräch zu kommen. Bereits beim Betreten der Ausstellung wurde deutlich, dass sich die gezeigten Werke bewusst einer eindeutigen Erklärung entziehen. Spiegelungen, Lichtstimmungen, abstrakte Strukturen, Naturmotive oder verfremdete Alltagsgegenstände eröffneten den Besuchern immer wieder neue Perspektiven und Interpretationsmöglichkeiten. Viele der Fotografien wirkten geheimnisvoll, teilweise surreal und luden dazu ein, länger vor den Bildern zu verweilen.

Kreative Fotografie in Hemsbach
Der Arbeitskreis Fotografie, der 1991 unter dem Dach des Kulturförderkreises Hemsbach gegründet wurde und seit 1997 als eigenständiger Verein besteht, widmet sich seit vielen Jahren der kreativen und vielseitigen Fotografie. Stilistische Grenzen gebe es dabei bewusst nicht. Entscheidend seien Bildidee, Gestaltung und die persönliche Wirkung der Fotografien. Die erste Vorsitzende Christa Becker begrüßte die Gäste zur Vernissage. Im Gespräch über die Ausstellung erklärte sie anschließend: „Man denkt vielleicht, mystische Bilder müssten immer schwarz-weiß sein, aber die Ausstellung zeigt, dass auch Farbaufnahmen eine geheimnisvolle Wirkung entfalten können.“ Besonders spannend werde es, wenn sich rätselhafte und emotionale Elemente miteinander verbinden. Im Anschluss führte Vorstandsmitglied Rosi Reusch in die Ausstellung ein.

Im Gespräch erklärte sie, das Ausstellungsthema sei für die Mitglieder „eine harte Nuss“ gewesen, die man über viele Monate hinweg habe knacken müssen. Gerade die Mischung aus ungelösten Rätseln, geheimnisvollen Stimmungen und emotionalen Eindrücken habe die Ausstellung letztlich besonders gemacht. „Die Bilder werden erst im Kopf des Betrachters zum fertigen Bild“, sagte Reusch. Viele der Fotografien seien bewusst nicht dafür gedacht, vollständig entschlüsselt zu werden.
„Das Geheimnis darf bleiben“, sagte sie.

Unterschiedliche Sichtweisen
AKF-Mitglied Dr. Markus Gewehr betonte im Gespräch ebenfalls die besondere Wirkung der ausgestellten Fotografien. Gerade die unterschiedlichen Sichtweisen der Besucher machten den Reiz der Ausstellung aus. „Das Spannende für Fotografinnen und Fotografen ist, wie das genau in den Köpfen der unterschiedlichen Betrachter umgesetzt wird und wie sie es interpretieren“, sagte Gewehr. Auch bei den Besuchern sorgte die Ausstellung für Begeisterung. Eine Besucherin zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt der Interpretationen des Themas. Besonders faszinierend sei, wie aus Spiegelungen, Naturphänomenen oder scheinbar einfachen Gegenständen geheimnisvolle Bildwelten entstehen könnten. „Man verweilt lange vor den Bildern, weil man wissen möchte, was man eigentlich sieht“, sagte sie. Eine weitere Besucherin sprach ebenfalls von faszinierenden Fotografien, die neugierig machten und die Fantasie anregten. Viele Gäste diskutierten während der Vernissage über mögliche Bedeutungen der Werke und tauschten ihre Eindrücke miteinander aus. Die Ausstellung zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig Fotografie sein kann und wie stark Bilder Emotionen, Erinnerungen und Gedanken auslösen können. Gerade die Mischung aus Bekanntem und Unbekanntem machte den besonderen Reiz der Ausstellung aus. (rd)

Dieser Text erschien in der Hemsbacher Woche am 15. Mai 2026: