Beeindruckende Fotoausstellung des AKF 

Das Thema „rätselhaft – mystisch“ unserer Jahresausstellung zog am 9. und 10. Mai 2026 viele Interessierte an, die von den gezeigten Fotografien sehr angetan waren. Rosi Reusch brachte den Besuchern das nicht ganz einfache Thema in einer Einführung nahe, die informierte, aber auch zum Nachdenken anregte:

Die hier gezeigten Fotografien präsentieren sowohl Rätselhaftes, das unseren Verstand anspricht, als auch Mystisches, was eher unsere Emotionen anregt. Besonders spannend wird es, wenn beides zusammenkommt.
In dieser Ausstellung eröffnet der Blick durch das Auge der Kamera ganz neue, unbekannte Welten, die an Bekanntes erinnern, es vorgeben zu sein, es aber nicht sind.
Entsprechend ist die Reaktion. Wir sind erstaunt, verwirrt, manchmal sprachlos, suchen nach Erklärungen, die es jedoch nicht geben muss. Bilder bleiben unerklärlich, sind nicht zu entschlüsseln, Fragen bleiben offen.

Fragen stellen kann man nach dem WAS, dem WIE, dem WARUM.

WAS sehen wir, mit welchen Inhalten haben sich die Fotografinnen und Fotografen beschäftigt?
Verschiedenste Motive aus Natur, Architektur, Technik und auch die Darstellung des Menschen werden thematisiert.  Altbekanntes, jedoch in einem neuen Licht, auf den ersten Blick klar Erkennbares, aber beim zweiten Hinsehen kommen Zweifel auf.
Bruchstücke, die eindeutig sind, nicht aber das Ganze. Einiges bleibt vieldeutig, unerklärlich. Wir können Vermutungen anstellen.

WIE wurden die Fotografien realisiert? Während sich die Frage nach dem WAS oft nicht eindeutig klären lässt, sind die fotografischen Mittel, die zum Einsatz kamen, schon klarer zu beschreiben. Mehrfachbelichtungen, Langzeitbelichtungen, gezielte Unschärfen, Verwacklungen, Zoomeffekte, starke Kontraste, Unvollständiges, Ausschnitthaftes, die Umsetzung in Schwarz-Weiß sowie fantastische Farb- und Lichtkreationen entführen uns in rätselhafte und mystische Welten.
Das Licht ist hier ein ganz wesentliches Gestaltungselement. Die Fotografien entfalten so oft eine magische Wirkung.

WARUM, die Frage nach der Bedeutung, der Wirkung oder der Interpretation.
Gibt es hier nun eindeutige Antworten?
Die Kraft der ausgestellten Bilder liegt sicher nicht in ihrer dokumentarischen Präzision, in einer naturgetreuen Wiedergabe der Wirklichkeit, in einer klassisch perfekten Komposition oder nur im rein äußerlichen ästhetischen Reiz.
Wir sehen Geheimnisvolles, was sich verstandesmäßigen Erklärungsmustern entzieht.
Es entsteht Unwirkliches, Traumhaftes, Surreales, Visionäres, mitunter Düsteres.
Auf einer nicht rationalen Ebene erzeugt die jeweilige Atmosphäre Stimmungen und Emotionen, die unsere Fantasie anregt und Freiraum für eigene Interpretationen gibt.

Zum Abschluss ein Zitat von Markus Gewehr aus dem Magazin Nr.5 des AKF:

„Unsere Bilder testen damit die Grenzen von Wirklichem und Wahrnehmbarem und laden ein, weiterzudenken und weiterzufühlen. Sie wirken nicht durch das, was sie zeigen, sondern durch das, was sie offenlassen: Fragen, Stimmungen und Möglichkeiten.
Die Bilder werden erst vollständig im Kopf des Betrachtenden.
Diese Serie ist kein Rätsel, das gelöst werden muss: Sie ist ein Rätsel, das bleiben darf.“